Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Meppen

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Inhalt: Dortmund-Ems-Kanal

Streckenverlauf und bauliche Entwicklung

Der Dortmund-Ems-Kanal (DEK) wurde 1899 durch Kaiser Wilhelm II eröffnet. Während der Kanal heute bei Papenburg (DEK km 225,82) als Binnenschifffahrtsstraße endet und die Seeschifffahrtsstraße Unterems beginnt, gehörten damals bis 1968 auch die Unterems und anschließend der in Oldersum abzweigende, zum Binnenhafen Emden (km 265) führende Seitenkanal noch dazu. Dieser 9km lange Ems-Seitenkanal mit 2 Schleusen hat heute aus verkehrlicher Sicht nur geringe Bedeutung.
Ein Schiff, welches in Dortmund bei DEK km 0,0 startet fährt nach Norden „zu Tal“. Ein Schiffer auf dem Kanal hat nach Definition der Wasserstraßen immer auf der östlichen Seite das „rechte Ufer“, egal in welche Richtung er fährt. Auf seinem Weg „zu Tal“ verläuft der Kanal zuerst gen Westen von Dortmund nach Datteln. Bei Datteln schwenkt er nach Norden, überquert die Lippe, die Stever sowie die Ems und fährt ab Greven auf der Ostseite des Emstales durch die Münsterländische Bucht bis zum westlichen Ausläufer des Teutoburger Waldes und trifft bei Gleesen zum ersten Mal auf die Ems. Kanal und Ems sind eine Einheit. Bereits nach rund 2 km bei Hanekenfähr verlässt der DEK die Ems jedoch schon wieder.
In der Trasse des Ems-Hase-Kanals/Hanekenkanals, dem Vorläufer des DEK aus dem Jahre 1828, zieht er an Lingen vorbei bis Meppen. Kurz vor der bekannten Hubbrücke in Meppen fließt die Hase rechtsseitig in den DEK. Für wenige hundert Meter sind DEK und Hase eine Einheit, weshalb die Hubbrücke auch Hase-Hubbrücke heißt. Kurz hinter der Hubbrücke kommt linksseitig die Ems in die Hase, bzw. den DEK. Nach dem Zusammenfluss wird die Schifffahrt auf dem DEK bis zum Kanalende in Papenburg in seiner weiteren Fahrt von Strömung, Hochwasser und engen Flusskrümmungen beeinflusst. In Dörpen zweigt der Küstenkanal ab. Ab hier ist wieder deutlich mehr Schifffahrt unterwegs, da der Küstenkanal das größte Containeraufkommen auf den deutschen Kanälen hat. Ab der Schleuse Herbrum unterliegt der DEK der Tide. Neben dem schnellen Einlaufen der Hochwasserwelle macht hier insbesondere der Schlick dem Kanal und damit der Schifffahrt bis nach Papenburg das Leben schwer.

Auf seinem Weg von Dortmund bis zur tidebeeinflussten Ems in Herbrum überwinden 15 Schleusen ca. 70 m Höhenunterschied. Die meisten dieser Schleusen werden fernbedient und auf Grund der guten Erfahrungen mit zunehmender Tendenz.

Der DEK ist Bestandteil des Transeuropäischen Netzwerkes (TEN) und dem sogenannten westdeutschen Kanalnetz. Das Westdeutsche Kanalnetz bildet den Schwerpunkt der Binnenschifffahrt in Deutschland.
Der DEK wurde 1899 für rund 4,5 Mio. Ladungstonnen pro Jahr ausgelegt. Mit den damaligen Abmessungen in Breite und Tiefe war er für das 750-t-Schiff von 67,0m Länge, 8,20m Breite und 2,00m Tiefgang geeignet. Dies reichte jedoch nicht mehr lange aus.
Bereits kurz nach der Eröffnung begann der erste Ausbau für das 1000-t-Schiff. Aber erst 1959 erfolgte die Freigabe des Kanals für diesen Schiffstyp. Im Jahr 1960 erreichte das Verkehrsaufkommen mit 20 Mio. Tonnen seinen vorläufigen Höhepunkt. Mittlerweile war das 1350-t-Europaschiff zum gängigen Schiffstyp geworden. Der dafür noch erforderliche Ausbau, die Begradigung besonders enger Krümmungen, wurde 1968 abgeschlossen. Aktuell wird der Dortmund-Ems-Kanal in besonders stark frequentierten Bereichen für das Großmotorgüterschiff ausgebaut.


Die Südstrecke

Heute ist vor allem in der Südstrecke des Dortmund-Ems-Kanals der Abschnitt zwischen Datteln und Bevergern ein wichtiges Bindeglied für den Verkehr in der West-Ost-Wasserstraßenmagistrale, der Rhein-Weser-Elbe-Berlin-Verbindung. Diese Strecke passieren jährlich ca. 23.000 Schiffe bzw. 13 Mio. Tonnen Fracht.
Auf diesem Streckenabschnitt wird der Kanal zurzeit für Großmotorgüterschiffe (Abmessung: 110,00 x 11,40 x 2,80 m, Tragfähigkeit: 2.100 t) und für Schubverbände (Abmessung: 185,00 x 11,40 x 2,80 m, Tragfähigkeit 3.700 t) ausgebaut.


Die Nordstrecke

Betrieb an der Schleuse HerbrumAls Nordstrecke wird der DEK ab Bevergern (km 108,50) bis Papenburg bezeichnet. Dieser Teil ist freigegeben für Schiffe mit den Abmessungen 100,00m Länge, 9,65m Breite und 2,70m Abladetiefe. Zusätzlich sind im Bereich von km 138,00 (Schleuse Gleesen) bis km 225,82 Fahrzeuge mit den Abmessungen 90 m Länge, 10,60 m Breite und 2,60 m Abladetiefe zugelassen.

Die Nordstrecke befahren jährlich zwischen 7000 bis 9000 Güterschiffe. Dabei ist der südliche Teil der Nordstrecke bis Lingen etwas stärker frequentiert als der nördliche Teil. Ursächlich hierfür ist die Belieferung eines großen Betriebes in Lingen. Zurzeit wird zwischen Bevergern und Gleesen ein Neubau von 5 Schleusen mit größeren Abmessungen geplant. Aktuell (Stand November 2012) liegen hierzu die Planfeststellungsunterlagen aus. Ab Meppen, wo DEK und Ems in einem Querschnitt verlaufen, bilden enge Flusswindungen eine natürliche Grenze für einen weiteren Ausbau. Verlangt irgendwann die wirtschaftliche Entwicklung des Emslandes einen leistungsfähigeren DEK, müsste ein von der Ems unabhängiger Seitenkanal zwischen Gleesen und Papenburg (SGP) entstehen. Die dafür erforderliche Trasse wurde bereits 1938 planfestgestellt und bis 1942 in einigen Teilstrecken ausgebaut. Ca. 80 % der erforderlichen Flächen befinden sich im Eigentum des Bundes.



Verwaltung

Die Verwaltung der rd.223 km langen Bundeswasserstraße zwischen Dortmund und Papenburg teilen sich die Wasser- und Schiffahrtsämter :

Duisburg-Meiderich von Dortmund bis Datteln
Rheine von Datteln bis Gleesen
Meppen von Gleesen bis Papenburg

Der Ausbau des westdeutschen Kanalnetzes erfolgt ferner durch das Wasserstraßen-Neubauamt Datteln, welches über die Ämtergrenzen hinweg tätig ist. Fachaufsichtlich ist die  Wasser- und Schifffahrtsdirektion West zuständig über die oben benannten Ämter.

Hinweis:
Die Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes ist noch nicht in diesem Beitrag eingearbeitet worden. Die Überlegungen hinsichtlich der Ämterstruktur und Kategorisierung der Wasserstraßen sind noch nicht abgeschlossen. Zuständig ist das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.



Binnenschiffahrt auf dem Dortmund-Ems-Kanal - eine Projektarbeit der Fachhochschule Osnabrück (ca. 490 KB).
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