Inhalt: Baggermaßnahmen
Baggerung im unteren Vorhafen der Schleuse Herbrum
17.03.2010
Erst im Februar 2009 wurden Nassbaggerarbeiten im unteren Vorhafen der Schleuse Herbrum durchgeführt. Bedingt durch die geringen Niederschläge im Sommer und Herbst 2009 ist die Leichtigkeit und Sicherheit der Schifffahrt erneut stark eingeschränkt. Durch die veränderte Tidebewegung von 3,5 Std. Flut und 9 Std. Ebbe wird ständig Schlick in den unteren Vorhafen der Schleuse Herbrum getragen. Da die Tide-Rückflussgeschwindigkeit sowie der Oberwasserabfluss (i.d.R. im Sommer und Herbst) sehr gering ist, setzen sich mit der Zeit erhebliche Schlickmengen im unteren Vorhafen der Schleuse Herbrum ab. Diese Ablagerungen führen zu Beeinträchtigungen der Schifffahrt. Aufgrund der gesetzlichen Verpflichtung des Wasser- und Schifffahrtsamtes Meppen, die Leichtigkeit und Sicherheit der Schifffahrt aufrechtzuerhalten, werden immer wiederkehrende Baggerarbeiten zur Beseitigung der Untiefen erforderlich.
Da nur begrenzt Ablagerungsflächen für Baggersedimente zur Verfügung stehen, soll das Sediment diesmal nicht dem Gewässer entnommen werden, sondern anderweitig aufbereitet werden.
Alternativ zu den Nassbaggerarbeiten im Februar 2009 (Entnahme des Sedimentes) wird zur Zeit eine Baggerung mit Hilfe eines Wasserinjektionsgerätes durchgeführt.
Bei dem Wasserinjektions-Verfahren wird das anstehende Baggergut nicht dem Gewässer entnommen, sondern durch einen am Heck des Schiffes (Systeme sind Firmenabhängig unterschiedlich) befestigten Balkens mittels Wasserstrahl verflüssigt (Suspendierung).Über eine Vielzahl von Wasserstrahldüsen wird eine möglichst große Wassermenge mit relativ geringem Druck in die Gewässersohle eingetragen. Durch die Wasserinjektion entsteht über der Gewässersohle ein Wasser- Sediment- Gemisch. Durch den tideabhängigen Einsatz, wird das Wasser-Sediment-Gemisch mittels Ebbstrom sowie unter Zuhilfenahme der Freiwasserabgabe durch die Schleusen Herbrum (Schleusen werden auf Spülstellung gefahren) in Richtung Unterwasser abtransportiert.
Ziel der Wasserinjektions-Baggerung ist es, Alternativen zu dem bisherigen kostenintensiven Baggerkonzept (Nassbaggerarbeiten durch Unternehmereinsatz, ganzjährigem Regiebetrieb der Schlickegge sowie temporärem Einsatz des Schwimmgreifers Emsland) zu untersuchen und falls möglich zu optimieren.
Die Effektivität des Einsatzes des WI- Gerätes wird durch die BafG begleitet. Aussagen über das Trübungsverhalten, die Veränderung im Sauerstoffhaushalt, die Wassertemperatur, den Materialtransport in Richtung Unterwasser während der Arbeitsvorgänge (Vor- und Nachher) sowie chemische und morphologische Messungen werden untersucht bzw. durchgeführt und dokumentiert. Die Ergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, inwieweit der „kostengünstige“ Einsatz des WI-Gerätes auch in den Sommermonaten realisierbar wäre.
Diese Maßnahme erfolgt in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde und der Wasserbehörde des Landkreises.
Die Gesamtmaßnahme soll eine Woche dauern.
Foto: WI – Gerät “ Hegemann II“ im Einsatz
Klaus Flöter, WSA Meppen
Baggermaßnahmen 2009
Im Bereich des Außenbezirk Meppen werden zur Zeit drei Baggermaßnahmen zur Beseitigung von Untiefen im Flussbett durchgeführt. Die Baggerstellen befinden sich in folgenden Bereichen:
- Strecke von der Schleuse Gleesen (Amtsgrenze WSA Rheine) bis zur Eisenbahnbrücke Hanekenfähr
- Wehrarm Haneken (Oberwasser)
- Hasesandfang Meppen
In diesen drei Abschnitten werden insgesamt 83.000 m3 Sedimente gebaggert. Das anfallende Baggergut wird auf die Spülfelder an der Haarbrücke Meppen und im Oberwasser (südlich) der Schleuse Varloh zwischengelagert. Später werden sie dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt. Der Auftrag ging nach der nationalen öffentlichen Ausschreibung an die Fa. Knoll, Bauunternehmung Haren. Die Baggerarbeiten werden vermutlich bis Ende Mai 2009 andauern.
Baggerung im Unterwasser der Schleuse Herbrum
Im Unterwasser der Schleuse Herbrum werden zur Zeit ca. 100.000 m3 bis 120.000 m3 Schlick mit Hilfe eines Laderaumsaugbaggers (Hopperbagger) gebaggert. Die Schlickmengen werden über eine ca. 3,5 km lange Rohrleitung in den Flaarsee gepumpt (ehemaliger Baggersee für den Bau der A31 zwischen der Gemeinde Rhede und Borsum). Die Maßnahme wurde nach einer EG- weiten Ausschreibung in Kooperation mit dem WSA Emden (Unterhaltungsbaggerung in der Unterems) an die Bietergemeinschaft Detlef Hegemann (Bremen), Johann Bunte (Papenburg) und die Firma Rohde Niesen (Kopenhagen ) vergeben. Die Baggermaßnahme (vorherige im Jahr 2003) ist dringen erforderlich, da die Leichtigkeit und Sicherheit des Schiffverkehrs im Unterwasser (südlich) der Schleuse Herbrum eingeschränkt bzw. behindert worden ist.
Verena Janning, WSA Meppen