Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Meppen

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Wehranlagen

Wehranlagen erfüllen einen wichtigen Bestandteil bei der Sicherstellung einer für die Schifffahrt ausreichenden Wasserstiefe in Flüssen und Kanälen. Sie werden in Kombination zu einer Schleuse in den jeweiligen Seiten- bzw. Altarm gebaut und dienen zur Regulierung des Wasserstandes, indem sie den Wasserstand aufstauen. Im Staubereich wird der Wasserspiegel angehoben und das Gefälle verringert. Durch den aufgestauten Wasserstand wird die Schiffbarkeit verbessert, beziehungsweise diese erst hergestellt.

Wehr Versen

Wehr Versen

Funktionsweise

Man unterscheidet zwei grundsätzliche Arten von Wehren: Feste Wehre und Bewegliche Wehre.

Feste Wehre

Die festen Wehre sind hinsichtlich der Bau- und Unterhaltungskosten erheblich preiswerter als bewegliche Wehre. Sie werden heute aus Stahlbeton oder Spundwänden errichtet. Früher dienten Holz, Ziegel oder Natursteine als Baustoff. Feste Wehre haben aber den großen Nachteil, dass eine Regulierung des Stauspiegels nicht möglich ist. Außerdem können feste Wehre bei Hochwasser nicht herausgezogen bzw. in der Höhe verstellt werden. Deshalb werden heute in der Regel nur noch bewegliche Wehre gebaut.

Querschnitt durch ein festes Wehr

Im Amtsbereich des WSA Meppen befinden sich 3 feste Wehre:

Bewegliche Wehre

Bewegliche Wehre gestatten bei Hochwasser eine teilweise oder vollständige Beseitigung des Staus.Beim Ausbau des DEK am Ende des 19. Jahrhunderts wurden in der hiesigen Gegend zwei Wehrformen gebaut. Die Wehre Versen bis Bollingerfähr (Durchflussbreite50,60 m) waren Nadelwehre und das Wehr Herbrum (Durchflussbreite 51,00 m) war ein Schützenwehr.

Nadelwehre waren klappbare, einseitig auf der Wehrsohle befestigte Stahlkonstruktionen und bestanden aus dem Nadelbock, der Nadellehne und den Nadeln. Bei Normalstau standen die Nadelböcke, die untereinander mit Ketten verbunden waren und mit diesen aufgerichtet werden konnten, senkrecht im Flusslauf. Die Ems wurde dabei durch dicht nebeneinander stehende, 3,50 m lange Vierkanthölzer, die sog. Wehrnadeln, aufgestaut. Durch das Einsetzen bzw. Ziehen dieser Nadeln können Durchflussöffnungen für das Wasser geschaffen oder geschlossen werden und somit kann auch der Durchfluss reguliert werden. Durch das Setzen der Nadeln war eine Regulierung des Wasserstandes um bis zu 2,00 m möglich.as Wasser geschaffen oder geschlossen werden und somit kann auch der Durchfluss reguliert werden.

Querschnitt durch ein Nadelwehr

Bei Eisgang und Hochwasser wurden die Wehrnadeln, die Wehrböcke und Wehrlehnen seitlich in den Flußlauf abgeklappt, um einen ungehinderten Wasserabfluss zu ermöglichen. Unterhalb des Wehres Versen befindet sich heute noch ein Nadelwehr, das als Notverschluss für das v.g. Wehr dient.

Ein Schützenwehr besteht aus mehreren Pfeilern mit dazwischen liegenden Öffnungen. Diese können mit senkrecht schließenden Schütztafeln verschlossen werden. Das Schützenwehr muss sowohl gegen das Wasser stromauf, als auch stromabwärts kehren. Über den Schützen befindet sich eine Laufbrücke, von der aus die Schütze mechanisch betätigt werden können.
Ein Schützenwehr befindet sich heute noch am Goldfischdever am Küstenkanal bei Dörpen.

Schützenwehr

In der schiffbaren Ems wurden nach dem Ende des zweiten Weltkrieges hauptsächlich Klappenwehre mit Fischbauchklappen gebaut. Die Fischbauchklappe ist durch ihre Doppelwandigkeit sehr verwindungssteif und erlaubt daher einen einseitigen Antrieb. Der Antrieb der Klappe erfolgt durch einen Elektromotor über eine Zahnstange. Die seitlichen Häupter sowie die Sohle sind aus Stahlbeton und durch eine Stahlspundwand eingefasst. Diese Wehrform finden wir in Lingen-Hanekenfähr, Versen, Hilter, Düthe, Bollingerfähr und Herbrum. All diese Wehre haben zwei Öffnungen je 30,00 m.

Querschnitt durch ein Klappwehr

Wehranlagen im Amtsbereich des WSA Meppen

km Bezeichung BWaStr. Baujahr Anzahl der
Wehrfelder
max. Fallhöhe (m)
172,180 Wehranlage Versen Wehram Hüntel 1938 2 2,60
84,635 Wehranlage Hanekenfähr Ems 1896 4 0,00
186,690 Wehranlage Hilter Wehrarm Hilter 1953 2 1,10
191,880 Wehranlage Düthe Wehrarm Düthe 1955 2 2,20
205,960 Wehranlage Bolllingerfähr Wehrarm Bolllingerfähr 1952 2 1,80
212,040 Wehranlage Herbrum Wehrarm Herbrum 1959 2 1,35
64,280 Wehranlage Goldfischdever Küstenkanal 1971 4 1,50
110,150 Kulturwehr Geeste Ems 1957 1 0,00
113,600 Kulturwehr Varloh Ems 1957 1 0,00


Übersichtslageplan Dortmund-Ems-Kanal    Übersichtslageplan Küstenkanal

Übersicht zur Lage der Wehranlagen
(Zuordnung erfolgt über die oben beim Bauwerk angegebene Kilometerangabe)